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Fairer Handel

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Fairer Handel im Unterricht: Materialien, Ideen und Arbeitsblätter für die Klassen 4-7

Fairer Handel ist ein zentrales Thema im Sachkunde-, Geografie- oder Deutschunterricht – besonders in den Klassen 4 bis 7. Es verbindet globale Zusammenhänge mit Alltagserfahrungen der Schüler:innen und fördert kritisches Denken sowie Empathie. Doch wie lässt sich das Thema altersgerecht und handlungsorientiert vermitteln? Welche Materialien eignen sich für den Einstieg, die Erarbeitung oder die Sicherung? Und wie kann man differenzieren, um alle Schüler:innen abzuholen?

Dieser Artikel bietet Lehrkräften fundierte Sachinformationen, konkrete Unterrichtsideen und praxiserprobte Methoden – inklusive eines detaillierten Blicks auf ein bewährtes Fairer Handel Arbeitsblatt mit Lückentext, Wortspeicher, Hörverstehen und Suchsel. Das Material ist speziell für die Zielgruppe konzipiert und lässt sich direkt im Unterricht einsetzen.


Sachinformationen: Hintergrundwissen für Lehrkräfte

Fairer Handel ist mehr als ein Schlagwort – er ist ein globales Konzept mit konkreten Auswirkungen auf das Leben von Millionen Menschen. Um das Thema im Unterricht kompetent vermitteln zu können, brauchen Lehrkräfte ein solides Grundwissen. Die folgenden Aspekte sind besonders relevant für die Klassen 4 bis 7.

Was ist Fairer Handel? Definition und Ziele

Fairer Handel (englisch: Fair Trade) ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt basiert. Das zentrale Ziel ist es, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Produzent:innen in Ländern des Globalen Südens zu verbessern. Im Gegensatz zum konventionellen Handel erhalten die Erzeuger:innen – etwa Bäuer:innen oder Handwerker:innen – einen Mindestpreis, der ihre Produktionskosten deckt und ihnen ein existenzsicherndes Einkommen ermöglicht.

Darüber hinaus umfasst Fairer Handel weitere Prinzipien:
- Langfristige Handelsbeziehungen: Produzent:innen erhalten Planungssicherheit.
- Vorfinanzierung: Händler:innen zahlen einen Teil des Kaufpreises im Voraus, um Ernte oder Produktion zu ermöglichen.
- Soziale und ökologische Standards: Kinderarbeit ist verboten, und umweltschädliche Praktiken werden vermieden.
- Demokratische Strukturen: Kleinbäuer:innen organisieren sich oft in Genossenschaften, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten.

Der Begriff „Fairer Handel“ ist nicht gesetzlich geschützt. Um Verbraucher:innen Orientierung zu bieten, vergeben unabhängige Organisationen wie Fairtrade International oder die World Fair Trade Organization (WFTO) Zertifikate. Das bekannteste Siegel in Deutschland ist das Fairtrade-Siegel.

Historische Entwicklung: Von den Anfängen bis heute

Die Wurzeln des Fairen Handels reichen bis in die 1940er Jahre zurück. Damals begannen kirchliche Gruppen in den USA und Europa, Handwerkskunst aus Entwicklungsländern zu importieren und zu einem fairen Preis zu verkaufen. Ein Meilenstein war die Gründung der ersten Fair-Handels-Organisation SERRV International (1949) in den USA.

In den 1960er Jahren formierte sich in Europa eine breitere Bewegung. Kritische Verbraucher:innen und Aktivist:innen prangerten die ungerechten Handelsstrukturen an, die zu Armut und Ausbeutung führten. 1969 eröffnete in den Niederlanden der erste „Dritte-Welt-Laden“, in dem ausschließlich fair gehandelte Produkte verkauft wurden.

In den 1980er und 1990er Jahren professionalisierte sich der Faire Handel. Es entstanden Dachorganisationen wie Fairtrade International (1997), und die ersten Fairtrade-zertifizierten Produkte – zunächst Kaffee, später auch Bananen, Schokolade und Textilien – erreichten den Massenmarkt. Heute ist Fairer Handel ein fester Bestandteil des Einzelhandels: In Deutschland tragen über 5.000 Produkte das Fairtrade-Siegel.

Produkte des Fairen Handels: Von Kaffee bis Kleidung

Ursprünglich konzentrierte sich der Faire Handel auf landwirtschaftliche Erzeugnisse. Heute umfasst das Sortiment eine breite Palette an Produkten:

Besonders relevant für den Unterricht sind Produkte, die Schüler:innen aus ihrem Alltag kennen – etwa Schokolade, Bananen oder Kleidung. Anhand dieser Beispiele lässt sich der Unterschied zwischen konventionellem und fairem Handel anschaulich vermitteln.

Auswirkungen des Fairen Handels: Erfolge und Kritik

Fairer Handel hat messbare positive Effekte:
- Wirtschaftlich: Produzent:innen erhalten stabile Preise und können in ihre Betriebe investieren.
- Sozial: Durch Prämien werden Gemeinschaftsprojekte wie Schulen, Gesundheitszentren oder Brunnen finanziert.
- Ökologisch: Viele Fair-Handels-Organisationen fördern den biologischen Anbau und verbieten den Einsatz gefährlicher Pestizide.

Allerdings gibt es auch Kritik:
- Begrenzte Reichweite: Nur ein kleiner Teil der globalen Produktion ist fair gehandelt. Viele Kleinbäuer:innen haben keinen Zugang zu Fair-Handels-Märkten.
- Zertifizierungskosten: Die Teilnahme am Fairtrade-System ist für Produzent:innen mit Gebühren verbunden, die sich manche nicht leisten können.
- Marktmechanismen: Fairtrade-Produkte sind oft teurer, was ihre Verbreitung einschränkt.

Für den Unterricht bietet die kritische Auseinandersetzung mit diesen Punkten eine gute Gelegenheit, um Medienkompetenz und Urteilsfähigkeit zu schulen.


Unterrichtsideen und Methoden: Fairer Handel praxisnah vermitteln

Fairer Handel lässt sich auf vielfältige Weise in den Unterricht integrieren. Die folgenden Ideen und Methoden eignen sich für den Einstieg, die Erarbeitung und die Sicherung – differenziert nach Klassenstufe und Lernvoraussetzungen.

Einstieg: Alltagsbezug herstellen

Ein gelungener Einstieg weckt Neugier und stellt einen Bezug zur Lebenswelt der Schüler:innen her. Hier drei Vorschläge:

  1. Produkt-Check
    - Bringen Sie verschiedene Produkte mit (z. B. eine Banane, eine Tafel Schokolade, ein T-Shirt, eine Tasse Kaffee).
    - Fragen Sie: „Woher kommen diese Produkte? Wer hat sie hergestellt? Wie viel Geld bekommen die Menschen, die sie produziert haben?“
    - Sammeln Sie die Vermutungen der Schüler:innen an der Tafel und vergleichen Sie sie später mit den Fakten.

  2. Bildergeschichte
    - Zeigen Sie eine Bilderserie, die den Weg einer Banane vom Anbau bis zum Supermarktregal zeigt (z. B. Plantage in Ecuador → Transport → Lager → Verkauf).
    - Fragen Sie: „Was fällt euch auf? Wer verdient am meisten an der Banane?“
    - Die Bilder können aus dem Klexikon-Artikel stammen oder selbst recherchiert werden.

  3. Rollenspiel „Marktstand“
    - Teilen Sie die Klasse in Gruppen ein: Bäuer:innen, Händler:innen, Verbraucher:innen.
    - Simulieren Sie einen Markt, auf dem Bananen verkauft werden. Die Bäuer:innen müssen ihre Kosten decken, die Händler:innen wollen Gewinn machen, die Verbraucher:innen haben ein begrenztes Budget.
    - Diskutieren Sie anschließend: „Wer hatte die Macht? Wer hat am wenigsten verdient?“

Erarbeitung: Informationen strukturiert vermitteln

Für die Erarbeitungsphase eignen sich verschiedene Methoden, die unterschiedliche Lernkanäle ansprechen.

Einsatz des Fairer Handel Arbeitsblatts

Das Fairer Handel Arbeitsblatt mit Lückentext, Wortspeicher, Hörverstehen und Suchsel ist speziell für die Klassen 4 bis 7 konzipiert und deckt zentrale Aspekte des Themas ab. Es besteht aus vier Teilen:

  1. Lückentext mit Wortspeicher
    - Die Schüler:innen lesen einen Informationstext und füllen die Lücken mit den passenden Begriffen aus dem Wortspeicher.
    - Beispielsatz aus dem Material: „Max ______ ist eine Firma, die sich für Produkte einsetzt, bei denen die Hersteller fair bezahlt werden.“ (Lösung: Havelaar)
    - Der Wortspeicher enthält Begriffe wie Händler, Kinder, Maschinen, Produkte, Landwirte.
    - Differenzierung: Für leistungsschwächere Schüler:innen kann der Wortspeicher reduziert werden. Leistungsstärkere Schüler:innen können die Begriffe ohne Wortspeicher ergänzen.

  2. Hörverstehen
    - Ein kurzer Hörtext (z. B. als Lehrkraft vorgetragen oder als Audio-Datei) wird vorgespielt.
    - Die Schüler:innen beantworten Fragen zum Inhalt, z. B.: „Warum können die Kinder der Bauern nicht zur Schule gehen?“
    - Tipp: Lesen Sie den Text langsam und deutlich vor. Wiederholen Sie ihn auf Wunsch.

  3. Suchsel (Wortsuchrätsel)
    - Im Gitter sind Begriffe zum Thema versteckt (z. B. Fairtrade, Kaffee, Banane, Kinderarbeit).
    - Die Schüler:innen suchen die Wörter und markieren sie.
    - Variante: Die gefundenen Wörter werden anschließend in Sätzen verwendet.

  4. Bildanalyse
    - Das Arbeitsblatt enthält Bilder, die typische Szenen zeigen (z. B. eine Kakaoplantage, ein Fairtrade-Siegel, Kinder bei der Arbeit).
    - Die Schüler:innen beschreiben die Bilder und ordnen sie den Inhalten des Textes zu.

Vorteile des Materials:
- Altersgerecht: Die Texte sind einfach gehalten, aber fachlich korrekt.
- Multisensorisch: Kombination aus Lesen, Hören und Suchen spricht verschiedene Lerntypen an.
- Selbstkontrolle: Lösungsblätter ermöglichen eine eigenständige Überprüfung.
- Differenzierung: Der Wortspeicher und das Suchsel bieten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.

Weitere Erarbeitungsmethoden

  1. Stationenlernen
    - Richten Sie verschiedene Stationen ein, an denen die Schüler:innen selbstständig arbeiten:

    • Station 1: Lückentext (aus dem Arbeitsblatt).
    • Station 2: Infotext lesen und Fragen beantworten (z. B. aus dem Klexikon).
    • Station 3: Bilder beschreiben und zuordnen.
    • Station 4: Fairtrade-Siegel vergleichen (z. B. Fairtrade, GEPA, Naturland Fair).
    • Station 5: Rollenspiel „Verhandlung zwischen Bauer und Händler“.
    • Die Schüler:innen rotieren in Kleingruppen und bearbeiten die Stationen in beliebiger Reihenfolge.
  2. Gruppenpuzzle
    - Teilen Sie die Klasse in „Expertengruppen“ ein, die sich jeweils mit einem Aspekt des Fairen Handels beschäftigen:

    • Gruppe 1: Definition und Ziele.
    • Gruppe 2: Historische Entwicklung.
    • Gruppe 3: Produkte des Fairen Handels.
    • Gruppe 4: Auswirkungen auf Produzent:innen.
    • Anschließend bilden sich neue Gruppen, in denen jeweils ein Mitglied jeder Expertengruppe vertreten ist. Die Expert:innen vermitteln ihr Wissen an die anderen.
  3. Internetrecherche
    - Die Schüler:innen recherchieren in Partnerarbeit zu Fragen wie:

    • „Welche Fairtrade-Produkte gibt es in unserem Supermarkt?“
    • „Wie viel verdient eine Kakaobäuerin in der Elfenbeinküste im Vergleich zu einer Fairtrade-Bäuerin?“
    • „Welche Fair-Handels-Organisationen gibt es in Deutschland?“
    • Hinweis: Geben Sie klare Quellen vor (z. B. Fairtrade Deutschland, Klexikon) und besprechen Sie vorab, wie man seriöse von unseriösen Quellen unterscheidet.

Sicherung: Wissen festigen und transferieren

Die Sicherungsphase dient dazu, das Gelernte zu wiederholen, zu vertiefen und auf neue Kontexte zu übertragen.

  1. Mindmap erstellen
    - Die Schüler:innen erstellen eine Mindmap zum Thema „Fairer Handel“ mit den Hauptästen Definition, Ziele, Produkte, Auswirkungen, Kritik.
    - Variante: Die Mindmap wird digital mit Tools wie MindMeister erstellt.

  2. Plakat gestalten
    - In Gruppen gestalten die Schüler:innen Plakate zu Unterthemen wie:

    • „Der Weg einer Fairtrade-Banane“
    • „Fairer Handel vs. konventioneller Handel“
    • „Wie erkenne ich Fairtrade-Produkte?“
    • Die Plakate werden im Klassenzimmer ausgestellt und präsentiert.
  3. Podcast oder Erklärvideo erstellen
    - Die Schüler:innen erstellen in Kleingruppen einen kurzen Podcast oder ein Erklärvideo zum Thema.
    - Fragen als Leitfaden:

    • „Was ist Fairer Handel?“
    • „Warum ist er wichtig?“
    • „Wie kann ich im Alltag fair handeln?“
    • Tools: Für Podcasts eignet sich Audacity, für Videos Adobe Spark oder das Handy.
  4. Aktionsideen
    - Fairtrade-Frühstück: Die Klasse organisiert ein Frühstück mit fair gehandelten Produkten. Die Schüler:innen recherchieren vorab, wo diese erhältlich sind.
    - Brief an die Schulleitung: Die Klasse verfasst einen Brief mit der Bitte, fair gehandelte Produkte in der Schulcafeteria anzubieten.
    - Ausstellung für andere Klassen: Die Schüler:innen bereiten eine Ausstellung vor und präsentieren sie z. B. in der Pause.

Differenzierung: Alle Schüler:innen erreichen

Fairer Handel ist ein komplexes Thema, das je nach Vorwissen und Sprachstand unterschiedlich aufbereitet werden muss. Die folgenden Strategien helfen, alle Schüler:innen abzuholen:

  1. Sprachliche Differenzierung
    - DaZ/DaF: Für Schüler:innen mit Deutsch als Zweitsprache eignen sich besonders:

    • Bildkarten mit zentralen Begriffen (z. B. Bauer, Händler, Siegel).
    • Einfache Sätze mit Lücken (z. B. „Der Bauer verkauft ______ an den Händler.“).
    • Partnerarbeit mit muttersprachlichen Schüler:innen.
    • Wortspeicher: Der Wortspeicher aus dem Fairer Handel Arbeitsblatt kann um Bilder oder Übersetzungen ergänzt werden.
  2. Methodische Differenzierung
    - Leistungsschwächere Schüler:innen:

    • Arbeiten mit dem Wortspeicher im Lückentext.
    • Suchsel mit vorgegebenen Wörtern.
    • Bilder beschreiben statt Texte lesen.
    • Leistungsstärkere Schüler:innen:
    • Rechercheaufträge (z. B. „Vergleiche die Preise für Fairtrade- und konventionellen Kaffee.“).
    • Kritische Auseinandersetzung mit Fairtrade-Kritik (z. B. „Warum ist Fairer Handel nicht die Lösung für alle Probleme?“).
    • Erstellen eigener Aufgaben für Mitschüler:innen (z. B. ein eigenes Suchsel).
  3. Mediale Differenzierung
    - Visuell: Bilder, Infografiken, Videos (z. B. Fairtrade-Erklärvideo für Kinder).
    - Auditiv: Hörtexte, Podcasts, Interviews mit Expert:innen.
    - Haptisch: Produkte anfassen (z. B. Fairtrade-Schokolade, -Kaffee, -Baumwolle), Siegel vergleichen.


Häufige Suchfragen zu „Fairer Handel“ im Unterricht

Lehrkräfte suchen oft nach konkreten Antworten auf praxisnahe Fragen. Die folgenden drei Long-Tail-Fragen werden häufig gegoogelt und hier ausführlich beantwortet.

Wie erkläre ich Fairer Handel in Klasse 4-7 einfach?

Fairer Handel ist ein abstraktes Konzept, das sich mit einfachen Worten und anschaulichen Beispielen vermitteln lässt. Hier ein Stufenmodell für die Erklärung:

  1. Alltagsbezug herstellen
    - Fragen Sie: „Wer von euch isst gerne Schokolade oder Bananen? Woher kommen diese Produkte?“
    - Zeigen Sie eine Weltkarte und markieren Sie die Herkunftsländer (z. B. Ecuador für Bananen, Elfenbeinküste für Kakao).

  2. Kontrast aufzeigen: Fair vs. unfair
    - Erzählen Sie eine kurze Geschichte:
    „Stellt euch vor, ihr seid eine Kakaobäuerin in der Elfenbeinküste. Ihr arbeitet den ganzen Tag auf der Plantage, aber am Ende des Monats habt ihr kaum genug Geld, um eure Familie zu ernähren. Eure Kinder müssen mithelfen und können nicht zur Schule gehen. So geht es vielen Bauern.“
    - Fragen Sie: „Ist das fair? Was könnte man besser machen?“

  3. Fairen Handel definieren
    - Erklären Sie: „Fairer Handel bedeutet, dass die Menschen, die unsere Produkte herstellen, einen gerechten Lohn bekommen. Sie werden nicht ausgebeutet, und ihre Kinder können zur Schule gehen.“
    - Zeigen Sie ein Fairtrade-Siegel und erklären Sie: „Wenn ihr dieses Siegel auf einer Packung seht, wisst ihr, dass die Menschen fair bezahlt wurden.“

  4. Beispiel vertiefen
    - Nehmen Sie ein konkretes Produkt, z. B. eine Banane:

    • Konventionell: Der Bauer erhält 1 Cent pro Banane, der Händler 20 Cent, der Supermarkt 50 Cent.
    • Fairtrade: Der Bauer erhält 5 Cent pro Banane, zusätzlich gibt es eine Prämie für Gemeinschaftsprojekte.
    • Fragen Sie: „Würdet ihr für eine Fairtrade-Banane 5 Cent mehr bezahlen? Warum (nicht)?“
  5. Handlungsoptionen aufzeigen
    - Sammeln Sie Ideen, wie die Schüler:innen selbst fair handeln können:

    • Fairtrade-Produkte kaufen.
    • Im Supermarkt auf Siegel achten.
    • Andere über Fairen Handel informieren.

Material-Tipp: Das Fairer Handel Arbeitsblatt enthält einen einfachen Informationstext, der sich gut für die Erklärung eignet.

Fairer Handel Unterrichtseinstieg: Ideen für die erste Stunde

Ein gelungener Einstieg entscheidet oft über den Erfolg der gesamten Unterrichtseinheit. Hier drei praxiserprobte Ideen für die erste Stunde:

1. „Die Reise einer Jeans“ – Ein Mystery

2. „Der faire Preis“ – Ein Rollenspiel

3. „Fairtrade-Detektive“ – Eine Rallye

Tipp: Kombinieren Sie den Einstieg mit dem Fairer Handel Arbeitsblatt, um die Ergebnisse zu sichern.

Fairer Handel Stundenentwurf: Beispiel für eine Doppelstunde (Klasse 5/6)

Ein kompletter Stundenentwurf hilft Lehrkräften, das Thema strukturiert zu vermitteln. Hier ein Beispiel für eine Doppelstunde (90 Minuten) zum Thema „Was ist Fairer Handel?“.

1. Stunde: Einstieg und Erarbeitung

Einstieg (15 Minuten): „Die Reise einer Schokolade“
- Zeigen Sie eine Tafel Schokolade und fragen Sie: „Wer von euch isst gerne Schokolade? Woher kommt die Schokolade? Wer hat sie hergestellt?“
- Zeigen Sie ein kurzes Video (z. B. „Wie entsteht Schokolade?“) oder eine Bilderserie.
- Fragen Sie: „Was fällt euch auf? Wer verdient am meisten an der Schokolade?“

Erarbeitung (30 Minuten): Gruppenpuzzle
- Teilen Sie die Klasse in vier Expertengruppen ein:
1. Gruppe 1: Definition und Ziele (liest den Text aus dem Klexikon und fasst zusammen).
2. Gruppe 2: Produkte des Fairen Handels (recherchiert, welche Produkte es gibt, und sammelt Beispiele).
3. Gruppe 3: Auswirkungen auf Produzent:innen (untersucht, wie Fairer Handel das Leben von Bäuer:innen verbessert).
4. Gruppe 4: Kritik am Fairen Handel (sammelt Argumente, warum Fairer Handel nicht perfekt ist).
- Jede Gruppe erstellt ein Plakat mit den wichtigsten Informationen.

Zwischensicherung (10 Minuten): Gallery Walk
- Die Plakate werden im Klassenzimmer aufgehängt.
- Die Schüler:innen gehen in Kleingruppen von Plakat zu Plakat und notieren sich die wichtigsten Punkte.

2. Stunde: Sicherung und Transfer

Sicherung (20 Minuten): Fairer Handel Arbeitsblatt
- Die Schüler:innen bearbeiten das Fairer Handel Arbeitsblatt in Einzelarbeit.
- Differenzierung:
- Leistungsschwächere Schüler:innen arbeiten mit dem Wortspeicher.
- Leistungsstärkere Schüler:innen ergänzen zusätzliche Informationen auf dem Blatt.

Transfer (20 Minuten): „Fairtrade-Shop“
- Die Klasse wird in Gruppen eingeteilt: Verkäufer:innen, Käufer:innen, Beobachter:innen.
- Die Verkäufer:innen bauen einen „Fairtrade-Shop“ mit Produkten auf (z. B. Schokolade, Bananen, Kaffee).
- Die Käufer:innen erhalten ein Budget (z. B. 5 €) und sollen fair gehandelte Produkte kaufen.
- Die Beobachter:innen notieren, welche Argumente für und gegen den Kauf genannt werden.
- Anschließend diskutieren alle: „Würdet ihr Fairtrade-Produkte kaufen? Warum (nicht)?“

Abschluss (5 Minuten): Blitzlicht
- Jede:r Schüler:in sagt einen Satz zum Thema, z. B.:
„Fairer Handel ist wichtig, weil …“
„Ich nehme mit, dass …“


FAQ: Häufige Fragen von Lehrkräften

Wie kann ich Fairen Handel fächerübergreifend unterrichten?

Fairer Handel lässt sich in verschiedenen Fächern behandeln – oft sogar im Rahmen der Lehrpläne. Hier einige Ideen:

Welche Fairtrade-Siegel gibt es und worin unterscheiden sie sich?

Es gibt verschiedene Siegel, die faire Handelsbedingungen zertifizieren. Die wichtigsten im Überblick:

  1. Fairtrade-Siegel (Fairtrade International)
    - Das bekannteste Siegel in Deutschland.
    - Kriterien: Mindestpreis, Prämie für Gemeinschaftsprojekte, Verbot von Kinderarbeit, ökologische Standards.
    - Produkte: Lebensmittel (Kaffee, Bananen, Schokolade), Baumwolle, Blumen, Gold.

  2. GEPA – The Fair Trade Company
    - Älteste Fair-Handels-Organisation in Deutschland (gegründet 1975).
    - Kriterien: Direkter Handel mit Produzent:innen, langfristige Partnerschaften, hohe soziale und ökologische Standards.
    - Produkte: Lebensmittel, Handwerk, Textilien.

  3. Naturland Fair
    - Kombination aus ökologischem Anbau und fairem Handel.
    - Kriterien: Bio-Zertifizierung + Fairtrade-Standards.
    - Produkte: Lebensmittel (z. B. Kaffee, Tee, Gewürze).

  4. World Fair Trade Organization (WFTO)
    - Zertifiziert nicht einzelne Produkte, sondern ganze Unternehmen.
    - Kriterien: 10 Prinzipien des Fairen Handels (z. B. faire Bezahlung, keine Kinderarbeit, Umweltschutz).
    - Produkte: Handwerk, Textilien, Lebensmittel.

  5. Fair Wear Foundation
    - Spezialisiert auf faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie.
    - Kriterien: Existenzsichernde Löhne, sichere Arbeitsbedingungen, keine Kinderarbeit.
    - Produkte: Kleidung, Schuhe.

Unterrichtsidee:
- Die Schüler:innen vergleichen die Siegel in Gruppen und präsentieren ihre Ergebnisse.
- Fragen zur Diskussion: „Welches Siegel ist das strengste? Welches Siegel kennt ihr aus dem Supermarkt?“

Wie kann ich das Thema Fairer Handel für DaZ-Schüler:innen aufbereiten?

Für Schüler:innen mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) ist es wichtig, das Thema sprachlich zu entlasten und visuell zu unterstützen. Hier einige Strategien:

  1. Wortschatzarbeit
    - Erstellen Sie einen Bild-Wort-Schatz mit zentralen Begriffen (z. B. Bauer, Händler, Siegel, Kinderarbeit).
    - Nutzen Sie den Wortspeicher aus dem Fairer Handel Arbeitsblatt und ergänzen Sie ihn um Bilder oder Übersetzungen.

  2. Einfache Texte
    - Verwenden Sie kurze Sätze und einfache Wörter.
    - Beispiel: „Der Bauer arbeitet auf dem Feld. Er pflückt Kaffee. Der Händler kauft den Kaffee. Der Händler verkauft den Kaffee im Supermarkt.“
    - Nutzen Sie Texte mit Lücken, die mit Bildern oder Wörtern gefüllt werden können.

  3. Visuelle Unterstützung
    - Bildkarten: Zeigen Sie Bilder von Produktionsschritten (z. B. Kakaoplantage, Transport, Supermarkt).
    - Piktogramme: Nutzen Sie Symbole für Begriffe wie fair, unfair, Geld, Arbeit.
    - Videos: Kurze Erklärvideos mit Untertiteln (z. B. „Fairer Handel einfach erklärt“).

  4. Handlungsorientierte Methoden
    - Rollenspiele: Einfache Dialoge üben (z. B. „Bauer: Ich verkaufe Kaffee. Händler: Ich kaufe Kaffee.“).
    - Suchsel: Das Suchsel aus dem Arbeitsblatt eignet sich gut, da es ohne komplexe Texte auskommt.
    - Produkt-Check: Die Schüler:innen untersuchen Fairtrade-Produkte und beschreiben sie mit einfachen Sätzen.

  5. Partner- oder Gruppenarbeit
    - DaZ-Schüler:innen arbeiten mit muttersprachlichen Schüler:innen zusammen.
    - Aufgaben werden aufgeteilt (z. B. ein:e Schüler:in liest vor, die andere:r malt ein Bild dazu).

Wo finde ich verlässliche Quellen für den Unterricht?

Seriöse Quellen sind entscheidend, um das Thema Fairer Handel fachlich korrekt zu vermitteln. Hier eine Auswahl:

  1. Fairtrade Deutschland
    - Website: www.fairtrade-deutschland.de
    - Materialien: Unterrichtsmaterialien, Infografiken, Erklärvideos.
    - Besonders empfehlenswert: „Fairtrade-Schools“ (Materialien für Schulen).

  2. GEPA – The Fair Trade Company
    - Website: www.gepa.de
    - Materialien: Hintergrundinformationen, Produktbeispiele, Aktionsideen.

  3. Klexikon
    - Website: klexikon.zum.de
    - Materialien: Einfache Erklärtexte für Kinder (CC BY-SA 4.0).

  4. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
    - Website: www.bmz.de
    - Materialien: Infobroschüren, Unterrichtsmaterialien (z. B. „Global lernen“).

  5. TransFair e.V.
    - Website: www.transfair.org
    - Materialien: Faktenblätter, Siegel-Erklärungen, Aktionsideen.

  6. Oxfam
    - Website: www.oxfam.de
    - Materialien: Hintergrundinformationen, Kampagnenmaterialien.

Tipp für den Unterricht:
- Besprechen Sie mit den Schüler:innen

Material auf eduki ansehen →