Alternative für Deutschland im Unterricht: Materialien, Arbeitsblätter und met
Die Alternative für Deutschland (AfD) ist ein zentrales Thema im Politik-, Ethik- und Sachunterricht – besonders in den Klassenstufen 5 bis 8. Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, das Thema sachlich, altersgerecht und kontrovers zu vermitteln, ohne Schüler:innen zu überfordern oder ungewollt zu polarisieren. Dieser Artikel bietet Hintergrundwissen, methodische Ideen und konkrete Unterrichtsmaterialien, darunter ein Alternative für Deutschland Arbeitsblatt mit Lückentext, Wortspeicher und Suchsel, das sich für den Einsatz im Unterricht eignet.
Sachinformationen: Hintergrundwissen für Lehrkräfte
Die AfD ist eine vergleichsweise junge Partei, deren Positionen und Entwicklungen für den Unterricht relevant sind. Im Folgenden werden die historischen, politischen und gesellschaftlichen Kontexte dargestellt, die für eine fundierte Auseinandersetzung im Klassenzimmer notwendig sind.
Entstehung und Entwicklung der AfD
Die Alternative für Deutschland wurde 2013 gegründet und ist damit die jüngste im Deutschen Bundestag vertretene Partei. Ihre Entstehung steht im Zusammenhang mit der Eurokrise, die ab 2010 mehrere europäische Länder – insbesondere Griechenland – in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Die AfD positionierte sich zunächst als EU-skeptische Partei und forderte die Abschaffung des Euro oder zumindest eine Rückkehr zur D-Mark für Deutschland und andere nordeuropäische Staaten.
- Gründungsphase (2013–2015):
Die Partei wurde von Ökonomen, Wissenschaftlern und ehemaligen CDU-Mitgliedern ins Leben gerufen. Ihr erster Vorsitzender, Bernd Lucke, vertrat eine wirtschaftsliberale und EU-kritische Linie. - Rechtspopulistische Wende (ab 2015):
Mit der Flüchtlingsbewegung 2015/2016 verschob sich der Fokus der AfD. Themen wie Migration, Sicherheit und nationale Identität rückten in den Vordergrund. Diese Phase war geprägt von innerparteilichen Konflikten, die 2015 zur Abspaltung des wirtschaftsliberalen Flügels führten. - Einzug in den Bundestag (2017):
Bei der Bundestagswahl 2017 zog die AfD erstmals in den Deutschen Bundestag ein und wurde mit 12,6 % der Stimmen drittstärkste Kraft. 2021 verlor sie leicht an Zustimmung, blieb aber mit 10,3 % und 83 Sitzen fünftstärkste Partei.
Politische Einordnung und Extremismusverdacht
Die AfD wird von verschiedenen Verfassungsschutzbehörden beobachtet. Im Mai 2025 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Partei offiziell als gesichert rechtsextremistisch ein. Diese Einordnung basiert auf folgenden Aspekten:
- Programmatische Positionen:
Die AfD fordert unter anderem die Rückführung von Migrant:innen, eine stärkere Abgrenzung von der EU und eine Restauration nationaler Souveränität. Kritiker werfen der Partei vor, demokratiefeindliche und völkische Narrative zu bedienen. - Personelle Verbindungen:
Einige AfD-Mitglieder stehen in Verbindung mit rechtsextremen Netzwerken oder haben sich in der Vergangenheit volksverhetzend geäußert. - Sprachliche Strategien:
Die AfD nutzt häufig vereinfachende und emotionalisierende Formulierungen, die komplexe politische Sachverhalte auf Freund-Feind-Schemata reduzieren.
Für den Unterricht ist es wichtig, diese Einordnung sachlich zu vermitteln, ohne Schüler:innen zu bevormunden. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Argumenten der AfD sollte stets mit einer Reflexion über demokratische Werte einhergehen.
Zentrale Themen der AfD
Die AfD deckt ein breites Themenspektrum ab, das sich in folgende Schwerpunkte unterteilen lässt:
- Europäische Union und Währungspolitik:
- Kritik am Euro-Rettungsschirm und an der EU-Politik gegenüber Griechenland.
- Forderung nach einer Rückkehr zur D-Mark oder einer nordeuropäischen Währungsunion. - Migration und Asylpolitik:
- Ablehnung von unkontrollierter Zuwanderung.
- Forderung nach strikteren Grenzkontrollen und schnelleren Abschiebungen. - Nationale Identität und Kultur:
- Betonung einer deutschen Leitkultur.
- Ablehnung von Multikulturalismus und Gender-Mainstreaming. - Innenpolitik und Sicherheit:
- Forderung nach mehr Polizeibefugnissen und härteren Strafen.
- Kritik an der Corona-Politik der Bundesregierung. - Energie- und Klimapolitik:
- Ablehnung der Energiewende und der Klimaschutzmaßnahmen.
- Forderung nach einer Renaissance der Kernenergie.
Diese Themen bieten Anknüpfungspunkte für kontroverse Diskussionen im Unterricht, etwa zur Frage: Wie viel Migration verträgt eine Gesellschaft? oder Sollte Deutschland aus der EU austreten?
Unterrichtsideen und Methoden
Die Auseinandersetzung mit der AfD erfordert sensible Methoden, die eine sachliche Analyse ermöglichen, ohne Schüler:innen zu überfordern. Im Folgenden werden konkrete Unterrichtsphasen, Differenzierungsmöglichkeiten und Materialien vorgestellt.
Einstieg: Aktivierung von Vorwissen
Ein gelungener Einstieg weckt das Interesse der Schüler:innen und aktiviert ihr Vorwissen. Mögliche Methoden:
- Assoziationsübung:
- Die Lehrkraft schreibt den Begriff „AfD“ an die Tafel und bittet die Schüler:innen, alles zu nennen, was ihnen dazu einfällt (z. B. „Partei“, „Flüchtlinge“, „Euro“, „Rechts“).
- Die Beiträge werden gesammelt und anschließend geordnet (z. B. nach Themen wie „Wirtschaft“, „Migration“, „EU“). - Bildimpuls:
- Zeigen Sie ein Wahlplakat der AfD (z. B. aus dem Bundestagswahlkampf 2021) und lassen Sie die Schüler:innen beschreiben, was sie sehen.
- Fragen zur Diskussion:- Welche Botschaft vermittelt das Plakat?
- Welche Zielgruppe könnte damit angesprochen werden?
- Zitat-Analyse:
- Präsentieren Sie ein Zitat eines AfD-Politikers (z. B. Alice Weidel oder Björn Höcke) und lassen Sie die Schüler:innen darüber diskutieren.
- Beispiel:
> „Deutschland muss sich wieder auf seine eigenen Interessen besinnen.“- Was könnte damit gemeint sein?
- Seid ihr damit einverstanden? Warum (nicht)?
Erarbeitung: Analyse der AfD mit Arbeitsmaterialien
Für die Erarbeitungsphase eignen sich strukturierte Arbeitsblätter, die eine sachliche Auseinandersetzung mit der Partei ermöglichen. Das folgende Alternative für Deutschland Arbeitsblatt bietet einen Lückentext mit Wortspeicher, der sich für die Klassen 5–8 eignet:
Alternative für Deutschland-Arbeitsblatt mit Lösungen
Aufbau des Arbeitsblatts:
1. Lückentext:
Die Schüler:innen füllen einen Informationstext zur AfD mit vorgegebenen Begriffen aus dem Wortspeicher aus. Der Text behandelt:
- Gründung und Entwicklung der Partei.
- Politische Schwerpunkte (Euro, Migration).
- Aktuelle Bedeutung im Bundestag.
2. Wortspeicher:
Die Begriffe (z. B. „Deutschland“, „Problemen“, „Partei“, „Bundestag“) sind vorgegeben und müssen den passenden Lücken zugeordnet werden.
3. Suchsel:
In einem Buchstabengitter suchen die Schüler:innen zentrale Begriffe zum Thema (z. B. „AfD“, „Euro“, „Flüchtlinge“).
4. Hörverstehensaufgabe (optional):
Ein kurzer Podcast-Ausschnitt (z. B. aus dem Klexikon) kann vorgespielt werden, um das Gehörte mit dem Lückentext zu vergleichen.
Didaktische Hinweise:
- Differenzierung:
- Leichtere Variante: Der Wortspeicher enthält mehr Begriffe als Lücken, sodass die Schüler:innen auswählen können.
- Schwerere Variante: Der Wortspeicher enthält synonyme Begriffe, die eine genauere Analyse erfordern (z. B. „Schwerpunkt“ vs. „Fokus“).
- Sprachförderung (DaZ/DaF):
- Der Wortspeicher kann durch Bildkarten ergänzt werden (z. B. ein Euro-Symbol für „Währung“).
- Die Begriffe können vorab in einfachen Sätzen erklärt werden (z. B. „Eine Partei ist eine Gruppe von Menschen, die ähnliche politische Ideen haben.“).
- Gruppenarbeit:
- Die Schüler:innen bearbeiten den Lückentext paarweise und vergleichen anschließend ihre Ergebnisse.
- Im Plenum werden strittige Begriffe diskutiert (z. B. „Warum passt ‚Problemen‘ besser als ‚Schwierigkeiten‘?“).
Sicherung: Vertiefung und Reflexion
Die Sicherungsphase dient der Festigung des Gelernten und der kritischen Reflexion. Mögliche Methoden:
- Mindmap erstellen:
- Die Schüler:innen erstellen eine Mindmap zu den Themen der AfD (z. B. „Euro“, „Migration“, „EU“).
- Im Plenum werden die Mindmaps verglichen und ergänzt. - Pro- und Contra-Diskussion:
- Die Klasse wird in zwei Gruppen aufgeteilt:- Gruppe 1 sammelt Argumente für eine strengere Migrationspolitik (AfD-Position).
- Gruppe 2 sammelt Argumente für eine weltoffene Migrationspolitik.
- Anschließend findet eine moderierte Diskussion statt, bei der die Schüler:innen ihre Standpunkte begründen.
- Rollenspiel:
- Die Schüler:innen schlüpfen in die Rolle von AfD-Politiker:innen, Journalist:innen und Bürger:innen und diskutieren über ein aktuelles Thema (z. B. „Sollte Deutschland aus der EU austreten?“).
- Ziel ist es, verschiedene Perspektiven kennenzulernen und Argumentationsstrategien zu analysieren. - Kreatives Schreiben:
- Die Schüler:innen verfassen einen Brief an die AfD, in dem sie ihre Zustimmung oder Kritik zu einer bestimmten Position äußern.
- Alternativ: Ein Wahlplakat entwerfen, das die Gegenposition zur AfD vertritt.
Differenzierung und individuelle Förderung
Nicht alle Schüler:innen bringen das gleiche Vorwissen mit. Folgende Differenzierungsmöglichkeiten bieten sich an:
- Leistungsstärkere Schüler:innen:
- Vertiefende Recherche: Die Schüler:innen recherchieren aktuelle Positionen der AfD (z. B. auf der Parteihomepage) und vergleichen sie mit den Aussagen im Lückentext.
- Kritische Analyse: Sie untersuchen, welche sprachlichen Mittel die AfD in ihren Wahlprogrammen verwendet (z. B. Vereinfachungen, Emotionalisierung).
- Leistungsschwächere Schüler:innen:
- Vereinfachte Texte: Der Lückentext kann durch kürzere Sätze und einfache Begriffe angepasst werden.
- Hilfekarten: Die Schüler:innen erhalten Hilfekarten mit Erklärungen zu schwierigen Begriffen (z. B. „Was ist der Bundestag?“).
- Schüler:innen mit Förderbedarf (DaZ/DaF):
- Bildgestützte Aufgaben: Begriffe wie „Partei“ oder „Bundestag“ werden durch Fotos oder Piktogramme veranschaulicht.
- Partnerarbeit: Ein:e muttersprachliche:r Schüler:in unterstützt beim Verständnis.
FAQ: Häufige Fragen von Lehrkräften
Wie kann ich das Thema AfD im Unterricht sachlich vermitteln, ohne Schüler:innen zu beeinflussen?
Eine sachliche Vermittlung gelingt am besten durch:
- Faktenbasierte Materialien: Nutzen Sie neutrale Quellen wie das Klexikon oder offizielle Parteiprogramme.
- Multiperspektivität: Stellen Sie verschiedene Positionen dar (z. B. AfD, andere Parteien, Wissenschaftler:innen).
- Reflexionsfragen: Fragen Sie nicht „Was denkt ihr über die AfD?“, sondern „Welche Argumente hat die AfD? Welche Gegenargumente gibt es?“.
- Regeln für Diskussionen: Legen Sie Diskussionsregeln fest (z. B. „Wir beleidigen niemanden“, „Wir hören einander zu“).
Darf ich im Unterricht überhaupt über die AfD sprechen?
Ja, die Auseinandersetzung mit politischen Parteien ist ein zentraler Bestandteil des Beutelsbacher Konsenses, der für den Politikunterricht in Deutschland gilt. Wichtig ist:
- Überwältigungsverbot: Schüler:innen dürfen nicht im Sinne einer bestimmten Meinung beeinflusst werden.
- Kontroversitätsgebot: Was in der Gesellschaft kontrovers diskutiert wird, muss auch im Unterricht kontrovers dargestellt werden.
- Schülerorientierung: Die Themen müssen altersgerecht aufbereitet werden.
Wie gehe ich mit Schüler:innen um, die AfD-Positionen vertreten?
- Aktives Zuhören: Lassen Sie die Schüler:innen ihre Meinung äußern, ohne sie zu bewerten.
- Nachfragen: Fragen Sie nach Begründungen (z. B. „Warum findest du diese Position gut?“).
- Gegenargumente einbringen: Stellen Sie Fakten und alternative Perspektiven dar (z. B. „Die AfD sagt, dass zu viele Flüchtlinge kommen. Schauen wir uns die Zahlen an: …“).
- Emotionen ernst nehmen: Wenn Schüler:innen Ängste oder Sorgen äußern (z. B. vor Migration), greifen Sie diese auf und diskutieren Sie sie sachlich.
Welche Materialien eignen sich für jüngere Schüler:innen (Klasse 3–4)?
Für die Grundschule sollte das Thema vereinfacht und spielerisch aufbereitet werden. Mögliche Ansätze:
- Bildergeschichten: Zeigen Sie Wahlplakate und lassen Sie die Schüler:innen beschreiben, was sie sehen.
- Einfache Texte: Nutzen Sie kurze, kindgerechte Texte (z. B. aus dem Klexikon) und lassen Sie die Schüler:innen Schlüsselwörter markieren.
- Rollenspiele: Die Schüler:innen spielen „Parteigründer:innen“ und überlegen, welche Themen ihnen wichtig sind.
- Kreatives Gestalten: Die Schüler:innen entwerfen ein eigenes Wahlplakat mit ihren Ideen für die Zukunft.
Wo finde ich weitere Materialien zur AfD für den Unterricht?
Neben dem genannten Alternative für Deutschland Arbeitsblatt gibt es weitere Quellen:
- Klexikon: Artikel zur AfD (CC BY-SA 4.0) – gut für Hintergrundwissen.
- Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Dossier zur AfD – für vertiefende Informationen.
- HanisauLand: Einfache Erklärungen für Kinder – für jüngere Schüler:innen.
- Eduki: Weitere Arbeitsblätter zur AfD – für praktische Unterrichtsmaterialien.
Zusammenfassung: Wichtige Punkte für den Unterricht
- Die Alternative für Deutschland (AfD) ist eine junge Partei, die 2013 gegründet wurde und sich zunächst gegen den Euro richtete.
- Seit 2015 verschiebt sich ihr Fokus auf Migration, nationale Identität und EU-Skepsis.
- Die AfD wird vom Verfassungsschutz beobachtet und gilt seit 2025 als gesichert rechtsextremistisch.
- Zentrale Themen der AfD sind:
- Kritik an der EU und dem Euro.
- Ablehnung von unkontrollierter Migration.
- Forderung nach mehr nationaler Souveränität.
- Unterrichtsmethoden:
- Einstieg: Assoziationsübungen, Bildimpulse, Zitat-Analysen.
- Erarbeitung: Lückentexte, Wortspeicher, Suchsel (z. B. das Alternative für Deutschland Arbeitsblatt).
- Sicherung: Mindmaps, Pro-Contra-Diskussionen, Rollenspiele.
- Differenzierung:
- Leistungsstärkere Schüler:innen recherchieren vertiefend.
- Leistungsschwächere Schüler:innen erhalten vereinfachte Texte und Hilfekarten.
- DaZ/DaF-Schüler:innen arbeiten mit bildgestützten Materialien.
- Kritische Reflexion:
- Multiperspektivität ist entscheidend – verschiedene Positionen müssen dargestellt werden.
- Diskussionsregeln schaffen einen respektvollen Rahmen.
Abschluss: Materialien für den Unterricht
Für eine praktische Umsetzung im Unterricht empfehlen wir das folgende Alternative für Deutschland Unterrichtsmaterial:
🔗 Alternative für Deutschland-Arbeitsblatt mit Lückentext, Wortspeicher und Suchsel
Das Material eignet sich für Klassen 5–8 und enthält:
- Einen Lückentext mit Wortspeicher zur AfD.
- Ein Suchsel mit zentralen Begriffen.
- Eine Musterlösung für die Lehrkraft.
- Differenzierungsmöglichkeiten für verschiedene Leistungsniveaus.
Weitere Unterrichtsmaterialien zur politischen Bildung finden Sie im Shop des Autors:
🔗 Eduki-Shop: Materialien von snice-1
Mit diesen Materialien und Methoden gelingt eine sachliche, altersgerechte und kontroverse Auseinandersetzung mit der AfD im Unterricht.
